Das Karpaltunnelsyndrom

Handchirurgie Jülich: Operation Karpaltunnelsyndrom
Operation des Karpaltunnelsyndroms

Bei dem Karpaltunnelsyndrom wird der so genannte Mittelhandnerv (Nervus medianus) im Bereich des Handgelenkes durch eine Verengung des Karpalkanals zusammengedrückt, so dass die Überleitung der elektrischen Nervenimpulse eingeschränkt ist (Bild 1). Das führt v.a. nachts zu einem Kribbel- oder Taubheitsgefühl im Bereich der ersten drei Finger. Bei stärkerem Druck auf den Nerven können auch bis in die Schulter ziehende Schmerzen entstehen.

Die Diagnose des Karpaltunnelsyndroms

Die Diagnose des Karpaltunnelsyndroms erfolgt klinisch und durch eine neurologische Messung der Nervenleitgeschwindigkeit. Beim sog. Phalentest wird das Handgelenk in eine starke Beuge- oder Streckhaltung gebracht. In beiden Stellungen wird der Karpalkanal enger, der Nerv bekommt mehr Druck, so dass die meisten Patienten schon nach wenigen Sekunden ein zunehmendes Taubheitsgefühl in den Fingern beschreiben. Bei einer stärkeren Ausprägung des Karpaltunnelsyndroms ist auch das Hofmann-Tinel Zeichen positiv. Durch Beklopfen des Karpalkanals über dem Handgelenk wird ein elektrisches Gefühl in den Fingern ausgelöst.

Die Therapie des Karpaltunnelsyndroms

In der Frühphase oder bei akuten Verschlechterungen bringt eine Nachtschiene den Patienten oft eine Linderung der Beschwerden. Hilft dies nicht langfristig oder nehmen die Beschwerden zu, ist eine Operation angezeigt. Dabei wird über einen kleinen Schnitt auf dem Handballen der Mittelhandnerv im Karpalkanal freigelegt und aus seiner Enge befreit (Bild 2). Die Entlastung des Nervs ermöglicht eine Erholung (Bild 3). Die Operation dauert wenige Minuten und wird bei uns ambulant in örtlicher Betäubung mit einem leichten Dämmerschlaf durchgeführt. Häufig können die Patienten schon bei der Wundkontrolle am nächsten Tag eine Besserung der Beschwerden angeben.